Bis zu 30 Prozent mehr Nutzlast und Laderaum dank Leichtbauchassis

Bis zu 30 Prozent mehr Nutzlast und Laderaum dank Leichtbauchassis

Batterie im Unterboden, Chassis drauf – und fertig ist das Elektroauto? Keineswegs, denn der Konzeptleichtbau macht es möglich, Fahrzeuge ganz neu zu denken und zu konzipieren. Das beweist die Teamobility GmbH aus Böblingen mit dem „UCCON“. Und ist dafür von der Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg als ThinKing für den Mai 2019 ausgewählt worden.

Bild oben: Ein Paradebeispiel für modernen Konzept-Leichtbau: Der „UCCON“. (Quelle: Teamobility)

Was kann dieser Demonstator, was andere Fahrzeuge nicht bieten? Basis des Mobilitätskonzepts bildet ein von dem Unternehmen entwickeltes, patentiertes Leichtbau-Chassis. Es lässt sich als Plattform für Aufbauten aller Art nutzen – mit Pritschen- oder Kastenwagen für den Warentransport, als Bus oder als Rettungswagen – und kann unterschiedliche alternative Antriebe aufnehmen. Seine Sandwich-Plattform-Konstruktion vereint diverse Leichtbau-Materialien, etwa Aluminium- und Magnesiumprofile oder Composite für den Sandwichboden.

Da der Antrieb im Unterboden zwischen den Achsen sitzt, ist der Vorbau um rund ein Drittel kürzer als bei herkömmlichen Transportern und der Fahrersitz liegt weiter vorne.

„Der ‚UCCON‘ kommt auf etwa 30 bis 50 Prozent mehr Nutzraum. Das Chassis erinnert von der Grundform her an einen Bootsrumpf und bietet mit geringstmöglichem Materialeinsatz beste Biege- und Torsions-Steifigkeit sowie ein sehr gutes Crash-Verhalten.“
(Professor Johann Tomforde, Geschäftsführer der Teamobility GmbH)

Das gesamte System ist modular so aufgebaut, dass es in Zukunft auch an das autonome Fahren angepasst werden kann. So können in Zukunft Passagiere im Vorbau sitzen.

„Für die Erhaltung der Mobilität und Versorgung der Menschen in wachsenden Urbanisationen brauchen wir emissionsarme und ressourcenschonende Gesamtsysteme. Um diese zu realisieren, ist die konsequente Umsetzung von ressourcenschonendem Leichtbau unverzichtbar“
(Professor Johann Tomforde, Geschäftsführer der Teamobility GmbH)

Johann Tomforde ist auch bekannt als „Vater des Smart“: Als Student entwickelte er bereits 1969 die ersten Elektroauto-Konzeptstudien, baute bei Mercedes-Benz die „City Car-Marke“ auf und war in den 90er Jahren für Entwicklung sowie Produktion des Smart zuständig. Für die Entwicklung des UCCON Integrated Chassis wurde sein Unternehmen für den German Innovation Award 2019 nominiert.

„Weglassen, das ist die grundlegende Philosophie des Konzeptleichtbaus“
(Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der LeichtbauBW)

Wer mehr über die Potenziale des Konzeptleichtbaus wissen will: die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg hat diese in einer Studie untersucht, die kostenlos heruntergeladen werden kann.


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Quelle und weitere Informationen: Leichtbau BW, Konstruktionspraxis

 

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