Workshop BMWi: Leichtbau-Konzepte im Maschinenbau

Workshop BMWi: Leichtbau-Konzepte im Maschinenbau

Der Leichtbau im Maschinenbau – unter dem Gesichtspunkt der Energie- und Ressourceneffizienz eigentlich auch in dieser Branche naheliegend – wird von vielen Unternehmen des Maschinenbaus und auch von den Anwendern der Maschinen noch misstrauisch beäugt. Schließlich gibt es für CFK und Co keinerlei Langzeit-Erfahrung, zuverlässige Materialdaten fehlen. Hinzukommt, dass die Bauteile meist teurer in der Herstellung sind.

Dementsprechend neugierig war ich auf die Einschätzung der Branchenkenner beim BMWi-Workshop „Leichtbau-Perspektiven für Deutschland“ zu Impulsen bei Konzept und Design im Maschinenbau. Denn mit den Ergebnissen aus diesem und den anderen Workshops des Tages sollen, so die Veranstalter, die Weichen für Leichtbauaktivitäten in Deutschland gestaltet werden. Berichte zu den ersten beiden Workshops des Tages finden Sie am Ende des Textes verlinkt.

Drei Visionen für künftige Leichtbaukonzepte

Wie schon bei den ersten beiden Workshops begann der Moderator die Session mit der Frage nach den Visionen für Konzept und Produktdesign im leichten Maschinenbau.

Dabei kristallisierten sich drei wichtige Punkte heraus:

1.       Im Maschinenbau wird die Funktionsintegration eine, wenn nicht gar die wichtigste Rolle für das reduzieren der Bauteilgewichte spielen. Bionik und sensorische Integration waren an diesem Punkt weitere Stichworte.

2.       Die Nachhaltigkeit künftiger Produkte wird zunehmend wichtig: Umweltgerechtes Design und eine durchgängige, das heißt wertschöpfungsketten-übergreifende LCA

3.       Die Hoffnung auf eine durchgängige interdisziplinäre Modellierungssprache, um Entwicklungsschritte wie die Topologieoptimierung verlustfreier, schneller und einfacher durchführen zu können.

Simulation und Materialwissen

Erstaunlicherweise wurde „Mangelndes Erfahrungswissen / Beharrung“ zwar als Hürde im Maschinen-Leichtbau genannt, bekam aber in der Diskussion keine weitere Stimme.

Der Simulation hingegen wurde allgemein ein hohes Potential bei der Entwicklung neuer Bauteile bescheinigt, wenn – Material und Projektdaten in einem Pool oder einer Datenbank aufbereitet werden und für alle zur Verfügung stehen. Dies könnte nicht nur die Bauteil-, sondern auch die Materialentwicklung deutlich beschleunigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass häufig eine lieferkettenübergreifende Entwicklung und Kommunikation fehlt. IT-Technisch und menschlich. Leichtbauprojekte erfordern intensive Kooperation und Kommunikation in der gesamten Lieferkette.

Den meisten Beifall fand der Wunsch nach einer allgemein zugänglichen Datenbank mit Materialkennwerten und Modellen für Werkstoffe und Hybride – eine „Nationale Material-Datenbank“. Weiteren Handlungsbedarf sahen die Teilnehmer bei Themen wie Fördermittel und Technologietransfer sowie einer verbesserten Leichtbau-Ausbildung künftiger Ingenieure und Techniker.

Bild oben: Der Maschinenbau beäugt den Leichtbau noch kritisch, aber motiviert. (Quelle: Pixabay | Blickpixel)

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Christine Koblmiller

Autor: Christine Koblmiller, Redakteurin, Gründerin, Fachjournalistin aus Leidenschaft

Mit dem Metamagazin Leichtbauwelt.de hat sie 2018 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und mit Leichtbauwelt ein neues Medienformat geschaffen.
Christine Koblmiller ist seit 1995 Redakteurin für technische B2B-Fachzeitschriften. Für diese Fachmagazine der SVHFI (Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformation) hat sie als eBusiness-Projektmanager Industrie den Online-Bereich maßgeblich mitgestaltet und schon 2001 crossmediale Angebote eingeführt. Mehr über Christine Koblmiller unter Conkomm, auf Xing oder LinkedIn.

„Leichtbau fasziniert und begeistert Techniker. Ich bin überzeugt davon, dass der Markt für ein Angebot wie Leichtbauwelt.de reif ist.“

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