Energiesparendes Aluminium-Recycling in der Testphase

Energiesparendes Aluminium-Recycling in der Testphase

Hydro und das Startup Nuvosil starten ein industrielles Pilotprojekt für Recycling von Aluminium und Silizium, das die Verarbeitungskosten deutlich und den Energieverbrauch um bis zu 90 % reduzieren könnte. Das sorgt nicht nur für geringere CO2-Emissionen, sondern auch für eine deutliche Senkung der Verarbeitungskosten.

Die neue Recyclingtechnologie für Aluminium und andere Legierungsmetalle wird im Rahmen des Projekts Low Energy Recycling (LER) entwickelt. Kernelement ist eine Anlage zum Strangpressen von Metallwerkstoffen. Während des Projekts wollen die Partner eine großtechnische Version des Extruders bauen, testen und qualifizieren sowie die Skalierbarkeit anderer zugehöriger Komponenten und Prozessschritte bestätigen. Voraussichtlich soll die Technologie in einem oder mehreren der Werke von Hydro in Norwegen getestet werden.

Das Projekt arbeitet an zwei Produktpfaden. Der eine ist das Recycling von Aluminium und konzentriert sich zunächst auf Prozessschrott aus der Bearbeitung von primären Gießereilegierungen und verwandten Produkten wie Autofelgen. Der andere ist eine Kombination von Aluminiumschrott mit Silizium aus der Produktion von Wafern für die Verwendung in Solarzellen.

In beiden Fällen kommt ein Extrusionsverfahren zum Einsatz, bei dem der Aluminiumschrott allein oder in Kombination mit dem Siliziumgranulat in eine schneckengetriebene Strangpresse geleitet wird. Dieses Verfahren wurde von Hydro und der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim, Norwegen, entwickelt. Hydro ist Eigentümer der Technologie und hält das Patent für die Anwendung auf metallische Werkstoffe.

Das Pilotprojekt gehört zum Projekt Low Energy Recycling (LER). Das LER-Projektteam besteht aus dem Forschungsinstitut SINTEF, der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim (NTNU), dem Extruder-Hersteller Reifenhäuser in Deutschland und dem Mineralienbehandlungsunternehmen Cemtec in Österreich. Finanzielle und Risikobeteiligung leistet Enova, eine staatliche norwegische Einrichtung, die Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, der Entwicklung von energie- und klimafreundlichen Technologien und der Stärkung und Sicherheit der Energieversorgung unterstützt. Das Projekt wurde im August von der norwegischen Regierungsbehörde Enova zur Teilfinanzierung bewilligt und wird voraussichtlich bis Ende 2021 laufen.

Bild oben: Das neue Verfahren könnte bis zu 90 % weniger Energie zu verbrauchen als herkömmliches Recycling. (Quelle: Bård Gudim, Hydro)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung, Spotlightmetal, lightmetalage

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.