Engel Lightweight Future Day präsentierte Leichtbaulösungen

Engel Lightweight Future Day präsentierte Leichtbaulösungen

Mehr als 500 Teilnehmer hatte der Lightweight Future Day 2021, zu dem der Maschinenbauer Engel Anfang Mai eingeladen hatte. Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Leichtbau eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Welt ist und dass Thermoplaste daran voraussichtlich einen großen Anteil haben werden. Aus allen wichtigen Anwenderbranchen, wie Automobil- und Automobilzulieferindustrie, Fahrrad- und Motorradbau, Luftfahrt sowie Sport- und Freizeitindustrie, stellten hochkarätige Experten aus der Industrie sowie Vertreter von renommierten Forschungsinstituten in insgesamt 15 Vorträgen Lösungen und Lösungsansätze für den Leichtbau vor. Nach jedem Vortrag gab es eine Q&A-Session, die von Dr. Norbert Müller, Leiter Entwicklung smart machine von Engel, und Dr. Bastian Brenken, Geschäftsführer des Composites United e.V., moderiert wurde.

Der erste Vortrag von Michael Thienel, Experte für die Entwicklung von Türkonzepten beim Automobilzulieferer Brose, zeigte exemplarisch, wie thermoplastische Composites und die entsprechende Fertigungstechnik die Serienfertigung mit hohen Stückzahlen erleichtern. Mit einem intelligenten Materialmix ist es Brose gelungen, ein innovatives Türsystem zu entwickeln, das im Vergleich zu herkömmlichen stahlbasierten Produkten bis zu 40 Prozent des Gewichts einspart – bei gleichbleibender Crashsicherheit.

Auch FACC, ein Spezialist für Leichtbaukomponenten im Flugzeugbau, setzt auf Thermoplaste. Das Unternehmen hat dabei insbesondere den Zukunftsmarkt „Urban Air Mobility“ im Blick, bemannte Flugtaxis und unbemannte Drohnen im städtischen Luftverkehr, wie Rene Adam, Director Research & Technology des Unternehmens, schilderte. Die bisher im Flugzeugbau vor allem gebräuchlichen Duroplaste seien aufgrund ihrer langen Härtungszeiten den hier notwendigen kurzen Zykluszeiten nicht gewachsen.

Ein weiteres Thema zog sich wie ein roter Faden durch viele Vorträge: die hervorragende Recyclingfähigkeit von Thermoplasten im Vergleich zur eher eingeschränkten Wiederverwertbarkeit duroplastischer Faserverbundmaterialien. Georg Käsmeier, Managing Partner beim Ingenieurunternehmen Forward Engineering, wies darauf hin, dass die EU die Kreislaufwirtschaft im Rahmen des Green Deals zur Norm machen will. Im Rahmen einer Studie belegte Forward Engineering, das das CO2-Einsparpotenzial beim Einsatz von Thermoplasten mit Rezyklatanteil erheblich ist.

„Wir glauben, dass thermoplastische Werkstoffe ein großes Potenzial im Hinblick auf Nachhaltigkeit haben. Dazu müssen jetzt Recyclingprozesse im industriellen Maßstab etabliert werden. Aber wir sehen, dass diese Herausforderung von der Industrie angegangen wird.“
Georg Käsmeier, Managing Partner beim Ingenieurunternehmen Forward Engineering

Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Thermoplasten für den Leichtbau hat Engel in den vergangenen Jahren viel in Technologien und Anlagen zur Verarbeitung thermoplastischer Composites investiert, erläuterte Paul Zwicklhuber von Engel in seinem Vortrag.

„Wir können weltweit als erste einen vollständig integrierten Prozess anbieten, der mit einer UD-Tape-Legezelle beginnt und an dessen Ende eine komplett konsolidierte, überspritzte thermoplastische Leichtbaukomponente steht.“
Paul Zwicklhuber, Entwicklungsingenieur Composite Processing bei Engel

Bild oben: Dr. Norbert Müller, Leiter Entwicklung smart machine von ENGEL, (rechts) und Dr. Bastian Brenken, Geschäftsführer des Composites United e.V., (links) führten durchs Programm und moderierten die Q&A-Sessions. (Quelle: Engel)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung

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