Flachsfasern für nachhaltigen Rollstuhl

Der Rollstuhl muss nachhaltig und robust sein, damit er auch in rauen Klimazonen eingesetzt werden kann. Basis für den Faserverbundkunststoff der Sitzschale sind Flachsfasern. (Quelle: NCC / Motivation)

Das britische National Composites Centre (NCC) hat gemeinsam mit der Wohltätigkeitsorganisation Motivation eine nachhaltig gefertigte Sitzschale  für Rollstühle hergestellt, die auf den Einsatz in Entwicklungsländern abgestimmt ist.

Motivation ist einer der größten Akteure in der Entwicklung und Herstellung von Rollstühlen für Entwicklungsländer. Ziel der Entwicklung in diesem Projekt war ein Sitz, der in der Herstellung erschwinglich ist und aus biobasierten Materialien vor Ort gefertigt werden kann. Zugleich musste der Entwurf möglichst robust sein.

So entstand ein Rollstuhl-Sitz, in dem nachhaltige Fasern (Flachsfasern) mit einem biologisch gewonnenen Harzsystem verbunden werden. Zwar machen die nachhaltigen Verbundwerkstoffe den Sitz etwas teurer, doch die langfristigen Vorteile überwiegen. Die Biowerkstoffe eignen sich beispielsweise auch für den Dauereinsatz in feuchten oder staubigen Umgebungen.

Der Sitz ist so gestaltet, dass der Benutzer im Stuhl nach hinten rutscht. Eine kleine Vertiefung stützt den hinteren Teil des Körpers und hält das Becken gerade. Damit ist er deutlich bequemer als andere Sitze, die den Benutzer nicht unterstützen.

„Herkömmliche Sitze für Rollstühle bestehen aus Polyurethanschaum. Sie bieten den Menschen auf Dauer nicht die richtige strukturelle Unterstützung.“
Adam Healey, Forschungsingenieur beim NCC.

Ein ausführlicher Projektbericht kann hier (pdf, englisch) heruntergeladen werden.

Quelle und weitere Infos: NCC UK, JEC Composites, Compositeworld.com, The Manufacturer

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