Textilbeton ist ein korrosionsfreier Baustoff mit hoher Lebensdauer, der die statischen Eigenschaften von Stahlbeton aufweist. Er zeichnet sich zudem durch Materialstärken von nur wenigen Zentimetern aus.

Forscher des Fraunhofer WKI in Braunschweig ersetzen nun die Carbon– oder Glasfasergewebe durch ein Textil, das auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Dabei setzen sie auf Flachs, der sich im Spinn- oder Webverfahren weiterverarbeiten lässt. Je nach Bauteilanforderung ergänzen die Forscher den Flachs durch einzelne Stränge aus Polymerfaser. Gewebt wird der Materialmix am Anwendungszentrum für Holzfaserforschung HOFZET des Fraunhofer WKI.

Das Flachstextil wird lagenweise in das Bauteil eingebracht. Da die Steifigkeit des Textils einstellbar ist, lässt es sich in die gewünschte Form legen. So können gekrümmte Formen wie Kuppeln oder gerundete Wandelemente geformt werden. Anschließend wird der flüssige Beton auf das Textil gegossen. Dieser ist eine Eigenentwicklung des Zentrums für leichte und umweltgerechte Bauten (ZELUBA) im Fraunhofer WKI.

Textilbeton aus nachwachsenden Rohstoffen ermöglicht dünnere Wandstärken oder auch leichte, schlanke Brückenkonstruktionen bei gleichbleibender Stabilität. Während beispielsweise eine Stahlbetonbrücke mit einer Spannweite von 15 m 35 bis 40 cm dick ist, fällt ihr Pendant aus Flachs hingegen mit zwölf bis 16 cm deutlich flacher aus.

Auf der Messe BAU vom 14. bis 19. Januar 2019 in München zeigen die Wissenschaftler den Prototypen einer flachsfasergestützten Brücke am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle C2, Stand 528.

Bild oben: Brücken wie diese könnten künftig filigraner konstruiert und mit weniger Material ausgeführt werden. (Quelle: Pixabay | Momentmal)


Quelle und weitere Informationen: Fraunhofer

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