Partikelschäume: Radiofrequenz statt Wasserdampf

Am Fraunhofer ICT wurde eine Technologie zum Versintern der Schaumbeads von Partikelschäumen entwickelt, die Radiofrequenz anstelle von Wasserdampf nutzt. Das erweitert das Einsatzspektrum für Partikelschäume, da nun auch Materialien mit Schmelzpunkten bis über 240°C zu geschäumten Bauteilen und Halbzeugen geformt werden können. Denn der bisher eingesetzte Wasserdampf begrenzte die Werkstoffauswahl auf Materialien wie PS, PP oder TPU.

Bei der Technologie mit Radiofrequenz als Energielieferant koppeln die Radiowellen direkt in die thermoplastischen Schaumpartikel ein, das Verfahren ist deshalb zudem energieeffizienter.

Auf dem neuen Formteilautomaten wurden bereits viele Materialien zu Formteilen versintert und sowohl kommerzielle als auch eigenentwickelte Materialien auf Basis von PLA, TPU, PET und weiteren Thermoplasten erfolgreich abgemustert. Auch die „klassischen“ Materialien z.B. auf Basis PS und PP wurden eingesetzt.

Der dampflose, energieeffiziente Prozess zur Partikelschaumherstellung eignet ssich auch zum Verarbeiten von Hochtemperatur-Thermoplasten. Außerdem bieten sich so neue Möglichkeiten der Verarbeitung von feuchtesensitiven Materialien und der Hybridisierung mit ungeschäumten Materialien. Die neue Anlage wird bereits für erste Entwicklungsprojekte eingesetzt und steht auch für Industriekunden zur Verfügung.

Bild oben: Neue Anlage: der Radiofrequenz-Formteilautomat (Quelle: Fraunhofer ICT) 


Quelle und weitere Infos: Fraunhofer ICT

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.