Stabiles Wachstum für Composites in Sport und Freizeit

Stabiles Wachstum für Composites in Sport und Freizeit

Sie stecken in Kanus, Golf- oder Hockeyschlägern, in Rennrädern, Bootsrümpfen, ja sogar in Badeanzügen: längst haben Faserverbundwerkstoffe Einzug in die Sportindustrie gehalten und diese zum Teil regelrecht revolutioniert. Nicht von ungefähr sieht der VDMA die Branche Sport und Freizeit als eine der Kernzielbranchen des Leichtbaus an.

Composites bringen für den Sport- und Freizeitsektor viele vorteilhafte Eigenschaften mit. Die Werkstoffe sind leicht, hoch belastbar, biegesteif, elastisch. Sie lassen sich beinahe frei formen und zeigen sich beständig gegen Rost und Witterung. Außerdem können sie hohe Mengen an Energie aufnehme und weitergeben.

Auf der Composites Europe zeigen verschiedene Aussteller die Einsatzmöglichkeiten von Verbundwerkstoffen sowie damit zusammenhängenden Technologien und Anwendungen in der Sport- und Freizeitindustrie.

Zu den Ausstellern zählen unter anderem:

  • Tissa Glasweberei – auf technische Gewebe für den Wintersport spezialisiert
  • Karl Mayer mit Hightech-Lösungen für Sporttextilien, Bademode oder Schuhe sowie
  • Chem-Trend, die mit ihren Produkten beispielsweise bei der Herstellung von Schlägern, Golfbällen, Rädern und Trainingsgeräten unterstützen
  • Außerdem beraten CMS Deutschland, HP Tec, Hufschmied Zerspanungssysteme, Ineos Styrolution Group, Innotect, Maka Systems, Oxford Advanced Surfaces und weitere auf der Fachmesse rund um ihre Produkte und Innovationen für diesen Bereich.

12 Prozent des CFK landen im Sport- und Freizeitbereich

Rund 15 % oder umgerechnet 167.700 t einer jährlichen GFK-Produktion von 1,118 Mio. t in Europa gingen nach Angaben des Composites-Marktbericht 2017 im vergangenen Jahr in die Branche Sport- und Freizeit. Der Anteil liegt seit Jahren auf demselben Niveau, was darauf hindeutet, dass das Wachstum dieser Branche dem des Gesamtmarktes entspricht. Aufgrund ihrer starken Verbraucherorientierung birgt sie aus Sicht von Experten jedoch ein enormes Entwicklungspotenzial, wenn es gelingt, neue Innovationen zu kreieren.

Bei CFK stellt der Report für 2017 einen weltweiten Bedarf von knapp 15.000 t im Sport- und Freizeitbereich fest, was etwa 12 % der Gesamtmenge entspricht. Bis zum Jahr 2022 soll der Wert nach Ansicht der Fachleute auf 21.000 t ansteigen. Demnach ist hier nur ein moderates, aber stabiles Wachstum zu erwarten. Umsatzseitig liegt der Anteil der Branche bei „nur“ 7 % bzw. 1,36 Mrd. US$. Insgesamt lag der Gesamtumsatz mit Carbon Composites im vergangenen Jahr bei 19,31 Mrd. US$.

Das wichtigste Verfahren für die Verarbeitung von Composites im Sport- und Freizeitbereich ist Resin Transfer Moulding (RTM). Das gilt vor allem dann, wenn es um große Stückzahlen geht. Automatisierbarkeit, der Einsatz verschiedener Faser- und Matrix-Materialien sowie die Anpassung der Zykluszeit sind nur einige Vorteile von RTM. Allerdings lassen sich die Takt- und Zykluszeiten im Vergleich zu anderen Verfahren nur eingeschränkt minimieren.

Leichtbau für Höchstleistung

Der Bootssport gehört zu den Vorreitern bei der Verwendung von CFK. So kommen Rümpfe aus CFK sowohl bei Kanus und Kajaks als auch bei Ruder- und Segelbooten bereits seit vielen Jahren zum Einsatz. Diese werden dadurch leichter und wendiger und lassen sich besser manövrieren. Darüber hinaus werden Ruder und Paddel aus Faserverbundwerkstoffen hergestellt, ebenso wie Surf- oder Kiteboards.

Selbst beim Schwimmen finden Composites inzwischen Verwendung: Die neuesten Generationen der Badeanzüge für Spitzensportler – so genannte Powerskins oder Powersuits – enthalten einen CFK-Anteil, der flexibel und elastisch die Haltung des Schwimmers im Wasser stabilisiert und trotzdem volle Bewegungsfreiheit bietet.

Auch im Profi-Golf oder in der Leichtathletik werden dank CFK Erfolge gefeiert. So bestehen nahezu alle Hölzer, vom Driver bis zum kleinen Fairway-Holz, auf Tour-Niveau oder im hohen Handicap-Bereich, inzwischen aus Composites. Ebenso Hochsprungstäbe, Speere und Diskusscheiben, aber auch Prothesen für Sprinter und Weitspringer überzeugen mit geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und damit hervorragenden Wettkampf-Eigenschaften. Gleiches gilt für Ballsportarten wie Tischtennis, Hockey, Cricket oder Lacrosse, bei denen die Schläger ohne Composites-Anteil heute undenkbar wären. Für den Wintersport werden Helme, Eishockey-Schläger, Ski samt Schuhen und Stöcken, Snowboards, Schlittschuhe, Rennschlitten oder Bobs aus Hightech-Materialien mit Faserverstärkung hergestellt. Der Markt ist riesig und nahezu alle namhaften Sportausrüster setzen auf Verbundmaterialien.

In welchem Maß CFK sich auf die Entwicklung einer ganzen Sportart auswirken kann, zeigt der Radsport. Leichtere und festere Rahmen werden sowohl bei Mountainbikes, Straßen- und Hallenrennrädern als auch bei E-Bikes und Tourenrädern im Breitensport eingesetzt. Inzwischen werden auch weitere Bauteile wie Lenker, Sattelstrebe, Gabel, Felge, Kurbel oder Pedale aus CFK gefertigt, was dazu geführt hat, dass ein Profi-Rennrad inzwischen nur noch rund 7 kg wiegt. Wie man mit solch einem Leichtgewicht Erfolge erringt, zeigt Lightweight Technologies Forum-Botschafter Pierre Bischoff. Mit einem CFK-Rad hat er im Race Across America, dem härtesten Radrennen der Welt, den Sieg errungen.

Bild: Auf der Composites Europe zeigen verschiedene Aussteller die Einsatzmöglichkeiten von Verbundwerkstoffen sowie damit zusammenhängenden Technologien und Anwendungen in der Sport- und Freizeitindustrie. (Quelle: Reed Exhibitions)


Quelle und weitere Infos: Composites Europe, K-Zeitung

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