Projekt BestbioPLA: Biobasierte Kunststoffe für die Autoindustrie

Das Fraunhofer-Institut IFAM entwickelt im Rahmen des deutsch-brasilianischen Forschungsprojektes BestbioPLA biobasierte und biologisch abbaubare Werkstoffe für die Automobilindustrie. Die neuen Kunststoffe sollen eine gute mechanische und chemische Beständigkeit während des Produktlebens mit biologischer Abbaubarkeit kombinieren und einen möglichst hohen biobasierte Anteil besitzen.

Dazu hat das Fraunhofer IFAM ein neuartiges vernetztes Polymersystem auf Basis von Polymilchsäure (Polylactic acid, PLA) entwickelt. Dieses Grundgerüst wird nun weiter optimiert, so dass sich Härtungsbedingungen und Temperaturbeständigkeit des Werkstoffs anpassen lassen.

Zusätzlich werden Fertigungskonzepte entwickelt, wie sich der neue Kunststoff mit Naturfasern kombinieren und mit industrienahen Fertigungsprozessen, wie beispielsweise Pressverfahren, wirtschaftlich zu hochwertigen Faserverbundbauteilen verarbeiten lässt.

Bei der Fertigung und Validierung der Systeme unterstützt der Projektpartner Invent in Braunschweig. Sobald die Prozesse mit den in Europa heimischen Flachsfasern etabliert sind, sollen diese auf Sisalfasern aus brasilianischem Anbau übertragen werden. Ziel ist es, dass sich die Werkstoffe aus regionalen Ressourcen herstellen und so aufwendige Transportwege vermeiden lassen.

Die brasilianischen Projektpartner betrachten, inwiefern und unter welchen Bedingungen die Werkstoffe biologische Abbaubarkeit aufweisen. Dafür werden standardisierte Polymer- und Faserverbundproben unter definierten Bedingungen in Erde ausgelagert und in regelmäßigen Abständen überprüft, inwiefern sie sich verändert haben.

Je nach Beständigkeit der Proben können Mikroorganismen den Abbau und die Zersetzung des Werkstoffs realisieren. Hierfür wurden bereits unterschiedliche Proben – mit und ohne Faserverstärkung – nach Brasilien geschickt und dort ausgelagert.

Bild oben: Proben aus unverstärktem Polymer und mit Naturfaserverstärkung. (Quelle: Fraunhofer IFAM)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung

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