Schadenstolerante Infrastruktur-Verbundwerkstoffe

Schadenstolerante Infrastruktur-Verbundwerkstoffe

Projekt Dacomat sucht schadenstolerante Verbundwerkstoffe
Das Projekt Dacomat zielt darauf ab, die Lebensdauer von Brücken und anderen großen Infrastrukturen, die mit Verbundwerkstoffen gebaut und umgebaut werden, zu verlängern und die Lebenszykluskosten zu senken. (Quelle: Fireco | Composites World)

Unter der Leitung der Europäischen Union Horizon 2020 forschen Gruppen aus fünf verschiedenen Ländern an der Herstellung von Decksverlängerungen und anderen Brückenelementen aus faserverstärktem Kunststoff, sagt der Projektleiter Jens Kjær Jørgensen von Sintef Industry (Trondheim, Norwegen). Das Forschungsprojekt, das im Januar 2018 begann und bis Dezember 2021 läuft, heißt Dacomat, für Damage Controlled Composite Materials.

Konkret geht es darum, Materialien herzustellen, deren Eigenschaften die Ausbreitung von Frakturen schwieriger machen als bei bestehende Werkstoff-Alternativen.

Zu den angestrebten Ergebnissen im Projekt Dacomat gehören neben den Materialien auch das Entwickeln von Richtlinien und Modellierungswerkzeugen für eine zuverlässige Berechnung kritischer lasttragender Verbundkonstruktionen, Richtlinien für die Materialqualifizierung, Lösungen zur strukturellen Gesundheitsüberwachung (SHM) und Schadensbewertung sowie die Methodik der Lebenszyklusanalyse (LCA) für große Verbundkonstruktionen.

Um im Laufe der Zeit mehr Wissen über die Materialeigenschaften zu gewinnen, soll auch eine Technologie entwickelt werden, die eine Überwachung der Bruchentwicklung mittels optischer und akustischer Sensoren ermöglicht. Die Ergebnisse des Projekts werden auch für Offshore-Installationen und andere Bauwerke gelten, die rauen Umweltbedingungen standhalten müssen.

„Ziel ist es, Verbundwerkstoffe zu entwickeln, die Brücken eine längere Lebensdauer als herkömmliche Strukturen ermöglichen und gleichzeitig die Lebenszykluskosten um 30 % senken. Bei den Rotorblättern für Windkraftanlagen wird eine Erhöhung der Lebensdauer um 30 % und eine Reduzierung der Kosten um 50 % angestrebt.“
(Projektleiter Jens Kjær Jørgensen von Sintef Industry)

Das Projekt wird von SINTEF koordiniert. Beteiligte Unternehmen sind Polynt Composites (Carpentersville, IL, US), Hexcel (Stamford, CT, US), Carbures (Cadiz, Spanien), 3B Fiberglass (Battice, Belgien), LM Windpower (Lunderskov, Dänemark) und DNV GL (Oslo, Norwegen) sowie mehrere Universitäten.


Quelle und weitere Infos: Composites World

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