Toyota-Manager: Nicht auf eine Antriebstechnologie versteifen

Toyota-Manager: Nicht auf eine Antriebstechnologie versteifen

(Quelle: Ferry M.M. Franz | Xing)

Der Toyota-Manager Ferry M. M. Franz hat dafür plädiert, sich im Automobilmarkt nicht auf eine einzige Antriebstechnologie zu versteifen. In der klimapolitischen Diskussion gehe es fast ausschließlich nur noch um alternative Antriebsstränge, während der Verbrenner in die Ecke des Umweltsünders gedrängt würden, sagte er in einem Interview mit dem E-Mobilitäts-Portal „has to be“.

Auch was die klimaneutrale Automobilität betrifft, solle man flexibel bleiben. Es gebe Bereiche, da sei ein Hybrid oder ein vollelektrisches Fahrzeug die beste Lösung, dann wieder Anwendungen, bei denen Wasserstoff sehr vielversprechend sei. Innerstädtisch haben laut Franz sicherlich kleine elektrische Fahrzeuge die Nase vorne. Wenn es um professionelles Fahren, Transportwesen, Langstrecke, Transport und Schwerlast geht, dann sei auf jeden Fall Wasserstoff die Zukunft.

„Ich denke, dass global gesehen auch die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren nicht ganz aus den Augen verloren werden sollte. Mit dem nun veröffentlichten „Fit for 55“-Paket der EU habe ich die Sorge, dass vor allem in Europa nun jeder aufhört und vergisst, die Verbrennungstechnologien weiterzuentwickeln. Wir hier in Europa mögen uns das leisten können, aber in weniger technologisierten und wirtschaftlich schwächeren Ländern werden dann in zehn bis 20 Jahren nur noch Verbrenner mit einer 20 Jahre alten Technologie unterwegs sein. Das kann nicht zielführend sein.“
Ferry M. M. Franz, Direktor Hydrogen Affairs Europe & Group Representative Office Berlin, Toyota Motor Europe

Toyota hat im letzten Jahr neun neue elektrische Modelle rausgebracht. In den kommenden Monaten wird das Unternehmen laut Franz weitere elektrische und neue Hybridmodelle rausbringen. Gerade sei das Wasserstoffmodell „Mirai“ rausgekommen. Man prüfe derzeit, in welchen anderen Segmenten es ebenfalls Sinn machen würde, mit Wasserstoff präsent zu sein.

„Neben dem Schwerlastverkehr, der sicherlich einen großen Fokus haben wird, werden wir nicht umhinkommen, für viele Anlässe weitere Fahrzeuge zu haben. Es kann nicht alles elektrisch sein. Das hat mir jetzt eindeutig auch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland gezeigt. Es wäre schon sehr schwierig geworden, wären die Fahrzeuge der Einsatzorganisationen alle elektrifiziert gewesen. Und genau solche Situationen sollten uns noch einmal zum Nachdenken anregen. Wir sollten uns mit der Frage auseinandersetzen, wie wir die verschiedenen Antriebsarten einsetzen können und müssen. Wir werden das auch tun.“
Ferry M. M. Franz, Direktor Hydrogen Affairs Europe & Group Representative Office Berlin, Toyota Motor Europe


Quelle und weitere Infos: has-to-be

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