Verfahren für den Leichtbau

Wie sich mit unterschiedlichen Verfahren im Leichtbau sowohl Gewicht als auch Kosten sparen lassen, demonstrierten auf dem Leichtbau-Gipfel 2019 der Fachzeitschrift Automobil Industrie drei Praxisexperten verschiedener Unternehmen in einer der Themensessions.

Kamax Automotive: Gemeinsam mit dem Engineering-Dienstleister EDAG hat Kamax Bauteile ermittelt, die sich mit der Schraube „KXtreme“-Schraube optimieren lassen, berichtete Mario Braun, Vice President Product Management. Etwa haben die Ingenieure einen Radträger so umgearbeitet, dass dieser nun 400 g leichter ist. Statt bisher vier kommen drei Schrauben zum Einsatz, die einen geringeren Durchmesser haben und weniger wiegen. Die Dreiecksform der Schraubpunkte verbessert den Kraftfluss im Radträger, und er lässt sich einfacher montieren. Die gesamte Baugruppe um den Radträger ist dank weiterer Optimierungen nun 675 g leichter, die ungefederte Masse an der Vorderachse beträgt nur noch 1.350 g.

Mario Braun, Kamax Automotive, war einer der Referenten der Praxissession auf dem Leichtbau-Gipfel 2019. (Quelle: Automobil Produktion)

Reichenbacher Hamuel: Leichtbau wirkt als Enabler – etwa in der Elektromobilität, wo die Batterie mit Aluminium umhaust wird. Präzision hat für Reichenbacher Hamuel bei der Herstellung von Aluminium-Strangpressprofilen höchste Priorität, so Jochen Rühl. Die richtigen Fräser, Spindeln und Antriebe müssen eingesetzt werden und die Maschinensteifigkeit ist ein wichtiger Faktor.

Grunewald: Bei dem Unternehmen enstehen Prototypen und Vorserien für dünnwandige Aluminium-Strukturgussteile in zwei Druckverfahren: Niederdruck Sandguss und additive Formfertigung. Erstmuster sind im Niederdruck-Sandguss in zwölf Wochen erstellt, bei der additiven Fertigung bereits nach vier bis sechs Wochen. Die additive Fertigung bietet zusätzliche Vorteile: Gussteil und Form lassen sich frei gestalten, Hinterschnitte und Hohlstellen sind möglich – somit können neue Geometrien und Produkte geformt werden. Ein 3K-System mit Phenolharz ermöglicht eine gute Fließfähigkeit des Sandes bei der Formherstellung sowie eine hohe Formstabilität. Mit dem Verfahren lassen sich große Bauteile wie Heckklappen und Längsträger herstellen, einzig die Toleranz sei nicht so genau wie beim Druckguss, berichtete Joachim Gundlach.

Wie jedes Jahr nach dem Leichtbau-Gipfel publiziert der Veranstalter auch 2019 in der Fachzeitschrift Automobil-Industrie die jeweiligen Fachvorträge in gekürzter Form. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Leichtbau-Gipfel 2019 in der Automobil Industrie finden Sie hier.


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Quelle und weitere Infos: Automobil Industrie

 

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