Weiteres Leichtbaupotential durch Fahrwerksteile aus Composites?

Im Eco-Dynamic-SMC-Projekt sollen sichere und belastbare Fahrwerkskomponenten aus Faserverbundwerkstoff entstehen, um weitere Leichtbaupotenziale für die Automobil- und Luftfahrindustrie und zu erschließen. Hintergrund ist, dass Faserverbundwerkstoffe derzeit noch nicht für Fahrwerkskomponenten für Autos oder Flugzeuge eingesetzt werden.

Aufgrund seiner Materialeigenschaften, der Recyclingfähigkeit und seiner guten Verfügbarkeit ist Stahl in der Automobil- und Mobilitätsindustrie nach wie vor häufig das Material der Wahl und wird dies auch in Zukunft bleiben. Der Trend geht aber ebenso zu neuen Werkstoffen, die das Spektrum erweitern und das Leichtbau-Motto „das richtige Material am richtigen Ort“ erfüllen.

Faserverbundwerkstoffe bieten ein hohes Leichtbaupotenzial und sehr gute Sicherheitsmerkmale. Der Einsatz von recycelbaren Materialien in den Composites führt auch bei diesen Werkstoffen zu einer guten Balance zwischen Energieverbrauch, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

(Quelle: Gestamp)

Dem Konsortium gehören neben Gestamp Autotech Engineering Deutschland als Projektleitung noch das Fraunhofer ICT, das KIT, die DG Flugzeugbau, Koller Formenbau, Schmidt & Heinzmann, Toray Industries Europe und Vibracoustic sowie als verbundene Partner BMW und Premium Aerotec an. Das Projekt startete im Oktober 2021 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK gefördert.

Die Partner entwickeln einen automobilen Fahrwerks-Querlenker in Serienfertigung sowie ein Aufhängungsteils eines Motorseglers. In beiden Fällen wird Stahl durch Faserverbundwerkstoff ersetzt, um die „CF-SMC“-Technologie für fahrdynamische und sicherheitsrelevante Fahrwerkskomponenten in Großserienfertigung zu implementieren. Anhand der Beispielbauteile ist es die Aufgabe, einen umfassenden kontinuierlichen Entwicklungsprozesses für Faserverbund-Bauteile zu etablieren, die die OEM-Zulassungsverfahren der beiden Branchen erfüllen. Kernaspekte der Entwicklung werden darüberhinaus eine gute CO2-Bilanz, ein Recyclingkonzept, der optimierte Materialeinsatz und reduzierte Energieverbrauch sowie der schonende Umgang mit Ressourcen sein.

Dieser soll sich an dem bereits etablierten kontinuierlicher Entwicklungsprozess für Metalle orientieren. Denn dort gibt eine definierte Vorgehensweise auf Basis verfügbarer Werkstoffdaten zur Fertigung, Produktsimulationen und spezifischer Werkstoffkennwerte, wie Umformbarkeit, Dauerfestigkeit, Steifigkeit, Dehnratenverhalten oder Schweißbarkeit.

Im zweiten Projektstrang wird ein Aufhängungsteil für einen Motorsegler entwickelt, indem die gleiche Strategie des geschlossenen Kreislaufs von Prozess- und Produktentwicklung verfolgt wird.

Bild oben: Serien-Bauteile aus Faserverbundkunststoffen für Fahrwerke könnten weiteres Leichtbaupotenzial erschließen. (Quelle: Gestamp)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung

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