Wie sich die Leichtbau-Strategie des BMWi entwickelt

In mehren Veranstaltungen will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi gemeinsam mit Unternehmen unterschiedlicher Branchen eine (Förder-)strategie für die Schlüsseltechnologie Leichtbau erarbeiten.

Der erste Termin fand als Workshop-Veranstaltung nun am 3. Juli in Berlin statt. Er diene rein der Bestandsaufnahme, betonte die Moderatorin Dr. Ursula Eul, die souverän und kurzweilig die Veranstaltung begleitete. „Die Ergebnisse des heutigen Tages werden im weiteren Verlauf in den folgenden Terminen aufgenommen und weiter diskutiert.“

Terminplanung:

1.       Impuls-Workshop „World Cafe“ am 05.12.19 (Neuer Termin!)

2.       Impuls-Workshop „Experten Panels“ am 28.01.2020

3.       Die Ergebnispräsentation am 26.03.2020

Und auch zu den weiteren Terminen sind die Teilnehmer der Branche Leichtbau aufgerufen, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Veranstaltungsort ist jeweils Berlin.

Zu vergeben sind einige Millionen € an Fördergeldern, die zielgerichtet ab 2020 im „Technologie-Transferprogramm Leichtbau“ des BMWi mit einer Laufzeit von zehn Jahren für den Leichtbau eingesetzt werden sollen.

Warum soll ausgerechnet der Leichtbau gefördert werden?

Warum dieser Aufwand für eine Schlüsseltechnologie, die hinter den Megatrends wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu verschwinden droht? Nun, die Politik hat mittlerweile erkannt, dass im Leichtbau gar ein Triple-Win steckt und man so gesehen gar nicht verlieren kann – außer man fördert die technologischen Bemühungen der Unternehmen nicht entsprechend. Durch den Leichtbau profitieren Wirtschaft, Umwelt und der Arbeitsmarkt. Leichtbau ist der Enabler, um den Herausforderungen unserer Zeit sinnvoll begegnen zu können.

⇒ Leichtbau bietet die Chance, materialeffiziente Produkte mit weniger Gewicht zu produzieren und dadurch emissionsärmer, kostengünstiger und mit verbesserter Ressourceneffizienz zu agieren – wenn, ja wenn das Thema Recycling direkt mitgedacht wird.

Die Herausforderungen für weitere Entwicklungen im Leichtbau liegen in den vollständig digitalisierten und verknüpften Wertschöpfungsketten und darin, dass entlang dieser kompletten Wertschöpfungskette fundiertes Leichtbau-Wissen gefragt ist.

Außerdem gibt es bereits einen relevanten und nicht zu unterschätzenden Wettbewerb im Leichtbau durch Länder wie CH, SK, J, USA und GB. Doch hier sei man nicht gewillt, im technologischen Wettstreit nachzugeben, so MinDir Dr. Winfried Horstmann, Leiter Abteilung IV, Industriepolitik am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in seiner Einführungsrede.

Weitere Forschungsaufgaben im Leichtbau sind die Kostensenkung und damit die Serientauglichkeit relevanter Prozesse. Als anspruchsvoll gilt der hybride Leichtbau mit seinen Multimaterial-Ansätzen. Denn auch Leichtbauteile dürfen nicht nur ein Leben haben. Und der Materialmix macht das Recycling nicht einfacher. Um die Bauteile am End-of-Life hochwertig zu recyclen bedarf es energieeffizienter Recyclingverfahren.

Impuls-Workshops zum Leichtbau: Visionen, Hürden und Chancen, Handlungsbedarf

Die einzelnen Workshops des Tages in Berlin waren in die unterschiedliche Branchen aufgeteilt:

  • Automotive/E-Mobility,
  • Maschinen- und Anlagenbau,
  • Bauwesen,
  • Luft- und Raumfahrt sowie
  • weitere Branchen für den Leichtbau.

Für Leichtbauwelt habe ich an den Workshops im Bauwesen und im Maschinenbau teilgenommen. Wie sich aber auf der abschließenden Präsentation der Ergebnisse durch die Moderatoren der einzelnen Gruppen zeigte, ergaben sich hohe Überschneidungen in den Diskussionen zu Herausforderungen, Hürden und Chancen des Leichtbaus in allen Branchen.

Seien Sie gespannt auf die interessanten und häufig sehr konkreten Aspekte der Diskussionen aus den Workshops, an denen ich teilnehmen durfte. Die Beiträge werden nach Erscheinen hier verlinkt.

  1. Workshop BMWi: Wie leichte Baustoffe zukunftsfähig werden können
  2. Workshop BMWi: Serienfertigung im Bauwesen

Bild oben: (Quelle: Pixabay | TheDigitalWay)

 


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Christine Koblmiller

Autor: Christine Koblmiller, Redakteurin, Gründerin, Fachjournalistin aus Leidenschaft

Mit dem Metamagazin Leichtbauwelt.de hat sie 2018 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und mit Leichtbauwelt ein neues Medienformat geschaffen.
Christine Koblmiller ist seit 1995 Redakteurin für technische B2B-Fachzeitschriften. Für diese Fachmagazine der SVHFI (Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformation) hat sie als eBusiness-Projektmanager Industrie den Online-Bereich maßgeblich mitgestaltet und schon 2001 crossmediale Angebote eingeführt. Mehr über Christine Koblmiller unter Conkomm, auf Xing oder LinkedIn.

„Leichtbau fasziniert und begeistert Techniker. Ich bin überzeugt davon, dass der Markt für ein Angebot wie Leichtbauwelt.de reif ist.“

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