Leichtbau auf den Punkt: Das Projekt soll Stoffströme aus Recycling-Kunststoff für technische Fahrzeugbauteile hinsichtlich ihres Einflusses auf mechanische Eigenschaften der technischen Bauteilen bewerte und damit ihren Einsatz in anspruchsvollen Leichtbau-Anwendungen unterstützen.
Rezyklate sollen im Fahrzeugbau künftig gezielter und sicherer in technische Kunststoffbauteile einfließen. Dafür entwickelt das Projekt RezyPart eine KI-gestützte Software, die den Einfluss von Verunreinigungen in wiederverwerteten Kunststoffen auf spätere Bauteileigenschaften vorhersagen soll. Im Zentrum steht damit die Frage, wie sich schwankende Rezyklatqualitäten für anspruchsvolle Anwendungen im Automotive-Bereich belastbarer bewerten lassen.
„Als starker Partner der Automobilindustrie ist es unsere Verantwortung, Rezyklate so einzusetzen, dass keine Kompromisse bei der Sicherheit entstehen. Gleichzeitig wollen wir als Familienunternehmen einen aktiven Beitrag zu Nachhaltigkeit leisten.“
Peter Weidinger, Leiter Werkstofftechnik, Brose
Ausgangspunkt sind typische Probleme beim Einsatz recycelter Kunststoffe. Rezyklate enthalten häufig Fremdpartikel wie Metallreste, Staub, Fett oder andere Kunststoffarten. Solche Inhomogenitäten können mechanische Kennwerte wie die Zugfestigkeit beeinträchtigen und damit den Einsatz in sicherheitsrelevanten oder technisch anspruchsvollen Bauteilen erschweren.
Hier setzt die im Projekt zu entwickelnde KI-basierten Software an: Sie soll die Auswirkungen solcher Verunreinigungen präzise prognostizieren und daraus Rückschlüsse auf die Eignung bestimmter Rezyklate für konkrete Bauteile ermöglichen.
„Mit RezyPart entwickeln wir auf Basis unserer Datenplattform eine KI-Lösung, um die Qualität von Rezyklaten künftig präzise bewerten und verlässliche Aussagen zu Bauteileigenschaften treffen zu können.“
Dr. Stefan Thomas, Geschäftsführer, LabV Intelligent Solutions
Denn wenn sich die Qualität von Rezyklaten datenbasiert präziser bewerten lässt, könnten höhere Rezyklatanteile auch in anspruchsvolleren Kunststoffbauteilen realistischer werden und so den CO2-Footprint nachhaltig senken.
Ziel des Projekts ist es, recycelte Kunststoffe im Fahrzeugbau verlässlich einsetzen zu können, um nachhaltigere Produkte zu erreichen. Koordiniert wird das Projekt von Brose. Beteiligt sind außerdem das Kunststoff-Zentrum SKZ Würzburg, der Softwareentwickler LabV Intelligent Solutions und die Kunststoffaufbereitungs- und Handels-GmbH R.PLAST. Das Projekt läuft vom ersten August 2025 bis zum 31. Juli 2028 und wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.
Bild oben: Ausflug des Projektkonsortiums zur Firma R.Plast (von links): Tobias Göbel (Scientist Compoundieren und Extrudieren, SKZ), Tobias Heinrich (Customer Success and Implementation Manager, LabV), Dr. Marieluise Lang, Dr. Lars Helmlinger (beide R&D) und Christian Schürger (Entwicklungsingenieur Werkstofftechnik, Brose). (Quelle: SKZ)
Quelle: Pressemitteilung

