Leichtbau auf den Punkt: Über den Nutzen beim Gigacasting entscheidet nicht die maximale Schließkraft, sagt Luca Greco. Für viele Anwendungen sieht der Marktbeobachter Anlagen zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen im relevanten Bereich; zugleich gewinnen Magnesium, Rheocasting und Thixomolding als Leichtbauoptionen an Bedeutung.
Gigacasting wird häufig über immer größere Maschinen diskutiert. Der Branchenbeobachter Luca Greco warnt in seinem Beitrag auf der Webseite Euroguss jedoch davor, angekündigte Anlagen oder Maschinenbestellungen bereits mit funktionierender Serienproduktion gleichzusetzen. Für die große Mehrheit der Automobilanwendungen sieht Greco den optimalen Bereich eher bei 5.000 bis 7.000 Tonnen Schließkraft.
Anlagen mit mehr als 9.000 Tonnen sieht Greco dagegen vor allem dort, wo besonders große Strukturbauteile entstehen sollen, beispielsweise Batteriewannen. Damit verschiebt sich die Frage von der reinen Maschinengröße hin zur konkreten Bauteil- und Prozessanforderung.
„Über die allergrößten Maschinen wird deutlich mehr gesprochen, als dass sie tatsächlich eingesetzt werden.“
Luca Greco, Gründer und Chefredakteur von The Gigacasting Newsletter sowie Projektmanager in einer italienischen Druckgießerei.
Auch bei den Werkstoffen sieht Greco Bewegung. Neben Aluminium rückt Magnesium stärker in den Fokus. Gleichzeitig nennt er Rheocasting und Thixomolding als Verfahren, die für komplexe Leichtbaustrukturen an Bedeutung gewinnen könnten. Neue Anwendungen entstehen aus seiner Sicht zudem außerhalb des klassischen Automobilbaus. Drohnen, humanoide Robotik, leichte Mobilität und Verteidigung könnten zusätzliche Märkte für großformatige und gewichtsoptimierte Gussteile eröffnen.
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