Fraunhofer-Studie zu Kreislaufwirtschaft und Klebetechnik

Die Studie »Kreislaufwirtschaft und Klebtechnik« des Fraunhofer IFAM beschreibt das technologische Potenzial der Klebtechnik für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. (Quelle: Fraunhofer Institut IFAM)

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produktes bekommt in Gesellschaft und Gesetzgebung mehr Bedeutung. In der Industrie sind deshalb Materialentwicklungen und Verbindungstechnologien zur Ressourcenschonung und für eine Kreislaufwirtschaft gefragt.

Für dieses Ziel haben Experten des Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM ihr Fachwissen in der Studie »Kreislaufwirtschaft und Klebtechnik« veröffentlicht. Sie beschreibt branchenübergreifend und umfassend die Rolle der Klebtechnik im Kontext von Kreislaufwirtschaft sowie Ökobilanzen und ordnet diese in die politischen Rahmenbedingungen aus globaler und europäischer Sicht ein.

» Die Inhalte der Studie werden in einem kostenfreien Webinar durch Prof. Dr. Andreas Groß und Dr. Katharina Haag am 25. November 2020 von 14:00-15:00 Uhr vorgestellt: Anmeldung

Durch komplexen Anforderungen an Produkte wird die Anzahl an Werkstoffen weiterhin zunehmen. Die Bedeutung des Multi-Material-Designs wird weiter steigen und Produkte der Zukunft werden vermehrt aus Werkstoffverbunden bestehen. Die Herausforderung für die Verbindungstechnik besteht in diesem Zusammenhang darin, die Eigenschaften der Werkstoffe im Produkt zu erhalten.

Daher ist die Entwicklung einer Verbindungstechnik als gleichberechtigt zur Materialentwicklung zu betrachten. Die Klebtechnik als wärmearme und nicht den Werkstoff verletzende Verbindungstechnik nimmt damit eine Schlüsselposition ein.

Auch für die neuen gesetzlichen Anforderungen besitzt die Klebstofftechnologie ein hohes Potenzial. Zukünftig werden, so die Wissenschaftler, die Wertschöpfungsketten geklebter Produkte ganzheitlich und zusammenhängend über den gesamten Lebenszyklus inklusive »Herstellung«, »Nutzung« und »Entsorgung« betrachtet werden müssen.

Nur so sind die Möglichkeiten der Klebtechnik für die Kreislaufwirtschaft und gleichzeitig die Effekte auf entsprechende Ökobilanzen geklebter Produkte aus Sicht des Autorenteams fachlich richtig darstellbar. Diese Potenziale werden in der Studie an ausgewählten Anwendungen exemplarisch dargestellt.

Notwendig dazu ist eine noch engere Vernetzung aller Akteure entlang von Wertschöpfungsketten und eine ganzheitliche Betrachtung geklebter Produkte. Rohstoff- und Klebstoffhersteller, Klebstoffanwender, Produkthersteller, Endkunden und Wiederverwerter werden als Teil des Systems »Kleben« entlang des Lebenszyklus geklebter Erzeugnisse im Sinne des »End of Life-Konzepts« die Werkstofftrennung noch stärker in die Entwicklung integrieren. Insbesondere die industriell umsetzbaren Demontageprozesse geklebter Produkte zur Rohstoffrückgewinnung oder Reparatur werden wesentliche Schwerpunkte des Entwicklungsprozesses und der Produkterprobung sein.


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Quelle und weitere Infos: Fraunhofer IFAM, Springer Professional 

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