Presshärten – schneller und gezielter duch Kontakterwärmung

Presshärten – schneller und gezielter duch Kontakterwärmung

Lange Aufheizzeiten, hoher Flächenbedarf, lange Zykluszeiten – diese Nachteile der Ofenerwärmung für Warmumformlinien sollen Vergangenheit sein. In einem Forschungsprojekt der Neue Materialien Bayreuth wurde zur Platinenerwärmung eine Verfahrensvariante entwickelt, die auf Kontakterwärmung setzt.

Das neue Verfahren ermöglicht es zudem, in den Platinen lokale Werkstoffeigenschaften individuell und reproduzierbar einzustellen – mit kurzen Prozesszeiten und geringerem Flächenbedarf für die Anlage. Für die Verfahrensvariante Kontakterwärmung wurde zusammen mit Preccon Robotics eine Weiterentwicklung untersucht, die auf einer neuartigen, kaskadierten Wärmebehandlung mit holistischem Sensorkonzept und einer intelligenten Prozesssteuerung basiert.

Ziel des Kooperationsprojekts war es, die entsprechenden Kontaktwärmebehandlungsmodule und die benötigte Steuerung zu entwickeln sowie am Ende eine Prototypanlage für den innovativen Presshärteprozess aufzubauen.

Mit der realisierten Prototypanlage lassen sich Strukturbauteile mit Festigkeiten zwischen 800 MPa und 1500 MPa innerhalb eines Bauteils herstellen. Dazu tragen die variable Temperaturführung und eine selbstregelnde Prozesssteuerung bei. Alle Temperaturdaten werden durch Sensoren erfasst, gespeichert sowie ausgewertet und auf dieser Basis nachfolgende Prozesse automatisch nachgeregelt.

Durch den parallelen Einsatz mehrerer Module für die Kontakterwärmung kann ein hoher Materialdurchsatz erreicht werden. Im Vergleich zum konventionellen Verfahren mit Ofenerwärmung reduzieren sich die Prozesszeiten um 50 %.

Bild oben: Pressgehärtetes U-Profil mit gradierten Werkstoffeigenschaften (Quelle: Neue Materialien Bayreuth NMB)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung

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