WAK-Preis 2020: Variable Prozessführung bei der Rohrextrusion

Für seine Dissertation mit dem Titel „Zur Extrusion amorpher Hochleistungsthermoplast-Rohre mit variabler Wanddicke“ erhielt Dr. Michael Stegelmann den WAK-Preis 2020. Was Rohre mit Leichtbau zu tun haben? Das hängt vom Einsatzgebiet ab – im konkreten Fall leistet die Dissertation einen wesentlichen Beitrag, die Extrusionstechnik für die variable Produktion von Luftfahrt-Rohrleitungssystemen zu befähigen.

Bild oben: Überreichung der Urkunde von WAK-Mitglied Prof. Dr. Maik Gude an Dr. Michael Stegelmann (Quelle: ILK)

In Hochtechnologie-Anwendungsfeldern, wie der Luftfahrt, schaffen Leichtbautechnologien auf Basis von Hochleistungspolymeren enorme Potentiale zur nachhaltigen Massereduzierung. In Zusammenhang mit dem – nach den Einschränkungen durch die Pandemie voraussichtlich wieder – anziehenden Produktion von Flugzeugen werden neue Fertigungsarchitekturen mit hohen Automatisierungsgraden erforderlich sein. Deshalb sind zunehmend klassische hochautomatisierte und massentaugliche Kunststoffverarbeitungsverfahren wie das Spritzgießen oder die Extrusion auch für die Luftfahrt interessant. Herausfordernd dabei sind die Umsetzung einer den hohen Anforderungen der Luftfahrt entsprechenden und variantenreichen Bauteilfertigung sowie die reproduzierbare Verarbeitung der Hochleistungspolymere.

In der Dissertation entwickelte Dr. Stegelmann neue analytische Auslegungsmodelle, die es erstmalig erlauben, auf Basis der dehnrheologischen Eigenschaften des Polymers, die Prozessgrenzen für eine variable Prozessführung vorherzusagen. Dadurch ist es möglich die hohe Produktvielfalt von Rohrleitungen in der Luftfahrt mit wirtschaftlich sinnvoller Auslastung der Anlagentechnik abzudecken.

Der Wissenschaftliche Arbeitskreis der Universitäts-Professoren der Kunststofftechnik (WAK) prämiert jährlich die besten wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Kunststofftechnik.


» Mehr Infos zum Unternehmen im Firmenland: Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK)


Quelle und weitere Infos: ILK Dresden

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