EFB Kolloquium 2025: Effiziente Blechverarbeitung

Das 43. EFB-Kolloquium Blechverarbeitung fand am 6. und 7. Mai 2025 im Congress Centrum Würzburg statt. Unter dem Leitthema „Innovationsstandort Europa – Effiziente Blechverarbeitung: Pressen, Systeme, Prozesse“ trafen sich Fachleute aus Industrie und Forschung, um moderne Technologien für die Blechherstellung zu diskutieren.

Ein zentrales Thema war die ressourcenschonende Produktion: neue Pressen und automatisierte Systeme wurden vorgestellt, die Material- und Energieeinsatz reduzieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Fertigung wurde vielfach diskutiert – unter anderem zur digitalen Prozessüberwachung und zur vorausschauenden Wartung. Am zweiten Tag wurden Forschungsprojekte zu Umformverfahren und aktuellen Trends im Karosseriebau vorgestellt.

„Das Kolloquium hat eindrucksvoll gezeigt, wie entscheidend der persönliche Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie ist, um gemeinsam zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.“
Daniel Rosenbusch, Geschäftsführer, EFB

Junge Wissenschaftler wurden im Rahmen der EFB‑Exzellenzpreise ausgezeichnet – für ihre innovativen Ansätze, mit konkretem Bezug zur Leichtbau- und Fertigungspraxis:

  1. Pascal Heinzelmann (Institut für Umformtechnik (IFU), Universität Stuttgart) entwickelte mit der „Herstellung crashoptimierter Blechbauteile mittels Prägen“ ein Verfahren zur lokalen Strukturverfestigung von Blechbauteilen. Ziel ist eine direkte Verbesserung des Crashverhaltens, ohne zusätzliche Fertigungsschritte zu integrieren. Die methodisch fundierte Arbeit liefert wertvolle Impulse für die Entwicklung energieeffizienter und sicherer Fahrzeugstrukturen.
  2. Jan Wippermann (Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik, Universität Paderborn) und Franziska Schützelt (Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Dresden) entwickelten „Verfahrensflexible Halbhohlstanzniet-Clinch-Werkzeuge für das mechanische Fügen“. Die neuartige Lösung, die sowohl das Clinchen als auch das Halbhohlstanznieten in einem System ermöglicht, verringert Umrüstzeiten, erhöht die Prozesssicherheit und unterstützt die Anpassungsfähigkeit moderner Produktionslinien.
  3. Jonas Moske (Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen – PtU, TU Darmstadt) und Hasan Kutlu (Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt) überzeugten mit dem „Aufbau einer Methode zur Erkennung von Verschleißzuständen in mehrstufigen Blechumformprozessen anhand In-situ aufgezeichneter Prozessgrößen“. Dieses System zur digitalen Erkennung von Werkzeugverschleiß in mehrstufigen Umformprozessen ermöglicht eine prädiktive Instandhaltung auf Basis von Echtzeitdaten.
Das 44. EFB-Kolloquium ist am 15. und 16. April 2026 wiederum in Würzburg geplant und wird sich dem Thema „Grüne Produktion und KI – Innovationstreiber für die Blechverarbeitung von morgen“ widmen.

Bild oben: Impressionen der Veranstaltung (Quelle: EFB)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung, Pressemitteilung

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