
In einem Fachbeitrag – erschienen auf Blechnet – beschreiben die Autoren Franziska Aign, Prof. Peter Groche und Prof. Reiner Kopp ein neues Walzverfahren, das im Leichtbau beim Herstellen lastangepasster Träger weiteres Material einsparen könnte.
Längs- und Querträger aus Stahl oder NE-Werkstoffen sind Strukturbauteile im Leichtbau. Man findet sie in unterschiedlichen Anwendungen von Karosserie- bis Flugzeugbau, im Bauwesen und der Energiebranche. Ein wichtiges Prinzip im Leichtbau ist die Belastungsanpassung. Für Profilbauteile bedeutet das, dass Blechdicke, Profilhöhe oder -breite variieren. Hergestellt werden solche anwendungsspezifischen Profile unter anderem mit Hilfe verschiedener flexibler Rollformverfahren oder den am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt entwickelten Verfahren flexibles Spaltprofilieren oder flexibles Rollsicken. Mit diesen Verfahren lassen sich Profilfamilien mit entlang der Längsachse höhen- oder breitenveränderlichem Querschnitt herstellen.
Doch all diesen Verfahren sei gemeinsam, so die Autoren, dass sie einen breitenveränderlichen Blechzuschnitt benötigen. Gesucht wurde in einem neuen Projekt am PtU daher ein flexibles Walzverfahren, das das Zuschneiden überflüssig macht oder reduziert. Der Verschnitt sollte damit minimiert werden, um Leichtbau und Ressourceneffizienz zu verbinden und trotzdem das kontinuierliche Fertigen individuell breitenveränderlicher Bänder zu ermöglichen. Das Flexible-Breiten-Reduktionswalzen könnte diese Möglichkeit schaffen.
Das Prinzip des Verfahrens wird im Beitrag erläutert. Entscheidend ist, dass die Prozesskette FBR und anschließendes Umformen durch Tiefziehen oder flexible Profilierverfahren neue Möglichkeiten für ressourceneffizienten Leichtbau eröffnet.
Seine Stärken kann das Verfahren dann zeigen, wenn größere Band- oder Blechdicken erforderlich sind und veränderliche Breiten der Träger Leichtbau- und Funktionsvorteile bieten. Einsatzgebiete finden sich im Fahrzeug-, Schiff- und Stahlbau. Ob die technologischen Vorteile nutzbar seien, werde aber wesentlich von der Verkettung der Einzelprozesse abhängen, bewerten die Autoren ihre Ergebnisse.
Aber, so die Autoren weiter, das neue flexible Walzverfahren zur Produktion von Stahl- und NE-Bändern mit unterschiedlicher Bandbreite folge dem Trend, mit flexiblen Fertigungsverfahren Produkte umweltfreundlicher und energiesparender herzustellen.
Quelle und weitere Infos: Blechnet
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