Leichter und stabiler Metallschaum umhaust Lkw-Batterien

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania testet Verkleidungen aus Aluminium-Metallschaum für die Batterien seiner Lkw mit Elektroantrieb. Der Metallschaum ist eine Entwicklung der Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz in Kooperation mit dem Unternehmen Havel metal foam.

Scania prüft, wie sich Seitenabdeckungen aus dem Material unter realen Bedingungen verhalten und wie hoch der Effizienzgewinn gegenüber herkömmlichen Abdeckungen sein kann.

„Metallschaum aus Aluminium ist nicht nur sehr leicht, sondern zugleich sehr stabil, was Batterien zum Beispiel bei Unfällen schützt. Zudem ermöglicht er eine bessere Temperaturregulierung, was die Lebensdauer von Batterien erhöht. Am Ende ihrer Lebensdauer sind Metallschaum-Produkte zu einhundert Prozent recyclingfähig.“
Friedrich Schuller, Geschäftsführer Havel metal foam

Um den Metallschaum herzustellen, wird Aluminiumpulver mit Treibmittelpulver vermischt und unter hohem Druck verpresst. Wird dieser Rohling dann auf über 600 °C erhitzt, lässt der dabei gebildete Wasserstoff das flüssige Aluminium aufschäumen.

„Genau wie Knochen in der Natur ist Metallschaum hochporös und trotzdem äußerst stabil. Er ist leichter als Wasser, beliebig formbar, absorbiert Schwingungen, Stöße und Schall, ist temperaturbeständig und schirmt elektronische Wellen ab.“
Dr.-Ing. Thomas Hipke, Metallschaum-Experte am Fraunhofer IWU

Die Anwendungsfelder für Metallschaum sind sehr breit. Sie reichen vom Automobil- und Schiffbau über die Schienenfahrzeugproduktion bis zur Bauindustrie und modernen Design-Anwendungen.

Bild oben: Batteriesystem mit integrierter Kühlung. (Quelle: Havel metal foam)


Quelle und weitere Infos: Springer Professional, Fraunhofer IWU, Alu-Web, Autoland Sachsen

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