25 Tipps für Ihren Leichtbau-Rundgang auf der Fakuma 2021

25 Tipps für Ihren Leichtbau-Rundgang auf der Fakuma 2021

Die 27. Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung – öffnet vom 12. bis 16. Oktober 2021 ihre Tore in Friedrichshafen. Lohnt sich der Messebesuch für Leichtbau-Interessierte? Ich meine ja! Denn der Leichtbau ist ein Baustein der Lösungen, mit denen wir der großen Herausforderung Klimaschutz begegnen. Auf der anderen Seite sind auch Leichtbau-Entwicklungen nur noch dann wirklich zukunftsfähig, wenn sie auch weitere Anforderungen wie Kosteneffizienz und Kreislauffähigkeit berücksichtigen. Und gerade zu diesen Themen haben auch die Aussteller der Fakuma einige Antworten parat.

(Quelle: P.E. Schall)

Deshalb schlage ich Ihnen einen kleinen Rundgang vor – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wagen Sie ruhig auch den Blick über den Tellerrand, um die erste Präsenzmesse der Kunststoffindustrie für das zu nutzen, wofür wir Messen als einen wichtigen Baustein so lange vermisst haben: Inspiration für zukunftsweisende, kreative, technologische Ideen und persönliches Netzwerken.

Die Stationen des Rundgangs sind nach Hallen sortiert, so dass Sie an einem Tag am Eingang beginnen können und dann den Bogen U-förmig über das Austellungsgelände schlagen. Vielleicht sehen wir uns?

Unsere Leichtbau-Inspirationen auf der Fakuma 2021

  1. Die RadiciGroup bietet ein breites und stetig wachsendes Produktportfolio für die Elektromobilität und zeigt in Friedrichshafen Werkstoffe für das Batteriesystem, für die Leistungselektronik sowie für die Ladeinfrastruktur.
    Halle A1, Stand 1106
  2. Technologische Entwicklungen zum Schäumprozess sind bei Promix Solutions zu sehen: durch die P1 Kühlmischer-Technologie soll sich eine bessere Zellstruktur , verbesserte mechanische Eigenschaften oder eine tiefere Schaumdichte erzielen lassen. Die Dichte lässt sich mit Hilfe des Schäumens um etwa 60% reduzieren.
    Halle A2, Stand 2105
  3. Rohstoffknappheit? – mit Barlog als Partner von der Bauteilentwicklung bis zur Serie soll es das nicht mehr geben, denn das Unternehmen stellt auf der Messe ein Konzept vor, das schon in der Entwicklungsphase von Kunststoff-Bauteilen ansetzt. Risikomanagement und ein Fokus auf technische Lösungsansätze gehören dazu.
    Halle A3, Stand 3209
  4. Für den Einsatz bei besonders hohen Temperaturen eignet sich Aurum, ein hitzebeständiges aber spritzguss- und extrusionsfähiges Polyimid, das zum Beispiel in Flugzeugtriebwerken bereits Anwendung findet. Vorgestellt wird es von Bieglo, hergestellt von Mitsui Chemicals.
    Halle A4, Stand 4110
  5. Einen naturfaserverstärkten Biokunststoff (eine Biofibre Silva-Variante) zur Verarbeitung auf dem 3D-Drucker präsentiert das Unternehmen Biofibre. Auch wenn naturfaserverstärkter Kunststoff möglicherweise noch nicht anspruchsvollen Anwendungen eingesetzt werden kann – einen Beitrag zur Senkung des CO2-Footprints leistet er allemal.
    Halle A4, Stand 4128
  6. „Very Long Fiber Compounds“ sind ein Schwerpunkt der Messepräsentation von RTP Company. Das Material soll bei extremen Temperaturen eine gute Schlagzähigkeit bei gleichbleibender Festigkeit und Steifigkeit bieten.
    Halle A4, Stand 4230
  7. Mit einem breiten Portfolie aus technischen, faserverstärkten Kunststoffen (PA, PPA und PPS) unterstützt Ultrapolymers die Metallsubstitution in unterschiedlichen Branchen – immer mit dem Ziel der Gewichtsreduktion und ganz aktuell auch kombiniert mit einem immer höheren Rezyklatanteil.
    Halle A5, Stand 5211
  8. Eine besondere Art der „Leichtbaus“ für Verpackungen zeigt Engel mit dem Dünnwandspritzprägen. Der Trend zu immer dünneren Wandstärken benötigt angepasste Technologien und Materialeffizienz wie Gewicht spielen hier eine ebenso wichtige Rolle wie in anderen Branchen.
    Halle A5, Stand 5204
  9. Als Beispiel für eine ressourceneffiziente Anwendung ist an den Messeständen von Deckerform und Leonard Kurz eine Gießkanne zu sehen, deren Wandstärke im Spritzgießprozess von 1,8 auf mehr als 3 mm aufgeschäumt wird – das erhöht die Stabilität bei weiterhin geringem Gewicht.
    Halle A6, Stand 6320/6413 und Halle A4, Stand 4122
  10. Eine neue Technologie zum Direktfügen von Metall und Kunststoff zeigt Kist + Escherich. Als Alternative zum Kleben vermarktet das Unternehmen die Systemlösungen unter dem Namen Hyjoin für verschiedene Montageaufgaben.
    Halle A7, Stand 7508
  11. Mit dem 3D gedruckten Keramikemitter Inframerge des Unternehmens PolyMerge kann zum Beispiel Polyamid per Heizelementschweißen gefügt werden.
    Halle FGO, Stand 08
  12. Einen 3D-gedruckten Autositz stellt Oechsler dem Messepublikum vor. Durch die Gitterstrukturen ist der Sitz mehr als ein Drittel leichter (-35%) als ein herkömmlicher Sitz. Außerdem besteht er aus nur einer Komponente, was das Recycling erleichtert.
    Halle B5, Stand 5320
  13. Asahi Kasei führt das flammhemmende PA 66 „Leona“ SN auf dem europäischen Markt ein. Es eignet sich für Anwendungen in Teilen des Antriebsstrangs.
    Halle B5, Stand 5319
  14. Ein leichtes TPE mit 3M Glass Bubbles stellt Kraiburg TPE in Friedrichshafen vor. Das Material wird zum Beispiel in der Fertigung von Drohnen (UVA – Unmanned Aerial Vehicles) für dünnwandige Formbauteile eingesetzt.
    Halle B5, Stand 5303
  15. PMMA ist leicht und gut zu verarbeiten, witterungsbeständig und langlebig. Auf der Fakuma 2021 zeigt Röhm sein breites Portfolio anhand verschiedener Anwendungsbeispiele von „Plexiglas“ Formmassen.
    Halle B5, Stand 5401
  16. Zum Recycling-Kunststoff E-Loop H801 MR von Elix Polymers informiert das Unternehmen nicht nur auf der Fachmesse. Das Material soll dieselben Eigenschaften wie das Ausgangsmaterial Elix ABS H801 aufweisen und wird für anspruchsvolle Innen- und Außenanwendungen in der Automobilindustrie verwendet. OEMs und Kunden stellt das Unternehmen unter anderem auch Berechnungen des Carbon-Footprints zur Verfügung.
    Halle B5, Stand 5002
  17. Viele Kunststoffvarianten für den Einsatz in der Elektromobilität zeigt der Rohstoffhersteller BASF. Mit einer Tunnelverstärkung, die kürzlich mit dem Altair Enlighten Award für ihre Gewichtseinsparung ausgezeichnet wurde, wird ein Gemeinschaftsprojekt mit Stellantis und L&L Products vorgestellt.
    Halle B4, Stand 4304
  18. Die Anwendungen des Thermoplastischen Schaumspritzgießens (TSG) für ressourcenschonende Ideen im Automobilbau zeigt einmal mehr das KUZ Leipzig. Vorgestellt wird zum Beispiel ein Leichtbauteil mit einer Recycling-Kohlefaser verstärkten Hautschicht und einem biobasierten, Holzmehl gefüllten Schaumkern.
    Halle B3, Stand 3006
  19. Am Stand der Feddersen-Gruppe ist für den Leichtbau unter anderem ein neues Treibmittel interessant, das PA-verträglich ist, sowie unterschiedliche biobasierte Thermoplaste sowie faserverstärkte Varianten, die für den 3D-Druck optimiert sind.
    Halle B2, Stand 2209
  20. M.TEC präsentiert mit M.OPT eine neue Familie an KI-basierten Entwicklungstools. Diese sollen es ermöglichen, ein Bauteil auf mehrere Entwicklungsziele hin gleichzeitig zu optimieren. Sowohl für Produkte als auch für Prozesse eröffnen sich dann neue Perspektiven im Engineering, um Nachhaltigkeit, Innovation und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen.
    Halle B2, Stand 2209
  21. Als Kunststoffspritzgießer Magnesium-Bauteile herstellen? Möglich soll das mit den Thixomolding-Maschinen von Yzumi sein, die außerdem auch Aluminium verarbeiten können. Vorgestellt werden die Maschinen von Polykum.
    Halle B2, Stand 2108
  22. Neue Entwicklungen aus der Werkstoff-Familie Luvocom auf thermoplastischer Basis mit Carbonfaser-Verstärkung oder mit Glashohlkugeln sowie endotherme Treibmittelmasterbatches für das Schaumspritzgießen stellt Lehvoss auf der Fakuma vor. Darüberhinaus zeigt das Unternehmen auch Recycling-Materialien für den 3D-Druck.
    Halle B1, Stand 1109
  23. In einem eigenen Bereich auf dem Stand präsentiert Wittmann Battenfeld aktuelle Entwicklungen zur Gasinnendruck-Technologie Airmould vor. Die Technologie nutzt Stickstoff, um Hohlräume im Bauteil auszubilden. Die erzeugten Leichtbauteile haben ein geringes Gewicht und eine gute Oberfläche.
    Halle B1, Stand 1204
  24. Altair zeigt in Friedrichshafen Entwicklungslösungen für Kunststoffbauteile: konstruktionsnahe und integrative Simulation sowie das „Altair Material Data Center“ und Lösungen aus dem KI-Portfolio.
    Halle B1, Stand 1225
  25. Eine zertifizierte Software zur Erfassung des CO2-Footprints stellt Polykemi den Fachbesuchern vor: Basis ist die Methodik nach ISO 14040-44:2006, ausgewertet wird nach dem Environmental Footprint 3.0 mit dem Geltungsbereich „Cradle-to-Gate“. Als Beispiel für das Complus-Concept, das viel Flexibilität bei Neuware und Rezyklat bieten soll, wird eine Baugruppe für ein Innenverkleidung für eine Auto-Tür gezeigt.
    Halle B1, Stand 1309
Hat Ihnnen der Rundgang gefallen? War etwas für Ihre persönlichen Herausforderungen im Leichtbau dabei? Konnten Sie neue Impulse für Ihre nächsten zukunftsweisenden Produktentwicklungen mitnehmen? Oder haben Sie gar noch weitere gute Ideen für den Leichtbau gefunden? Schreiben Sie mir ! Wir nehmen Ihre Anregungen gerne in unsere Berichterstattung auf.

Bild oben: (Quelle: P.E. Schall)


Christine Koblmiller

Autor: Christine Koblmiller, Redakteurin, Gründerin, Fachjournalistin aus Leidenschaft, überzeugter Leichtbau-Fan.

Mit dem Metamagazin Leichtbauwelt.de habe ich 2018 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und mit Leichtbauwelt ein neues Medienformat im B2B-Umfeld geschaffen. Seit etwa 25 Jahren bin ich Redakteurin für technische B2B-Fachzeitschriften. Für verschiedene führende Fachmagazine habe ich als eBusiness-Projektmanager Industrie schon 2001 crossmediale Angebote eingeführt, denn die Digitalisierung aller Lebensbereiche hat Einfluss auf unser Informationsverhalten. Deshalb bin ich mir sicher, dass sich die Medienbranche wandeln muss. Mehr über mich finden Sie unter Conkomm, auf Xing oder LinkedIn.

„Leichtbau fasziniert und begeistert Techniker. Er ist für die Herausforderungen der Zukunft unabdingbar. Deshalb bin ich sicher, dass der Markt für ein Angebot wie Leichtbauwelt.de reif ist.“

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