Advanced Materials: Surround-Sound aus Lautsprecher-Papier

Leichter Surround-Lautsprecher aus gedrucktem Papier mit integrierter Elektronik
Leichter Surround-Lautsprecher aus gedrucktem Papier mit integrierter Elektronik (Quelle: www.t-paper.de)

Sie ist vier Meter lang, 150 g leicht und besteht zu 90% aus „normalem“ Papier. Doch die Lautsprecherbahn T-Ring liefert echten Surround-Sound mit 56 Einzellautsprechern, die zu sieben Segmenten verbunden werden. Sie ist eines der mit einer neuen Papierentwicklung namens T-Paper umgesetzten möglichen Produkte.

Viele Lautsprecher der Zukunft werden, wenn es nach dem Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz geht, nicht nur dünn wie Papier sein, sondern es auch eindrucksvoll zum Klingen bringen. Ihren Ursprung nahm die Entwicklung bereits 2015: das mehrfach ausgezeichnete „T-Book“ – ein großformatiger Bildband, ausgestattet mit gedruckter Elektronik. Blättert man eine Seite um, dann beginnt diese durch einen unsichtbar im Inneren des Blatt Papiers befindlichen Lautsprecher zu tönen. Das Buch erwacht zum Leben.

Vom ursprünglich verwendeten Bogendruck entwickelte das Forscherteam die Papierherstellung und den Druck inklusive der Lautsprecherbahnen weiter zum Rollendruck, der nun wesentlich mehr Möglichkeiten eröffnet. Dafür wurde nicht nur das Rolle-zu-Rolle(R2R)-Druckverfahren genutzt, sondern auch für weitere Prozessschritte Inline-Technologien entwickelt, etwa die Laminierung funktionaler Schichten. Auf diese Weise kann Elektronik in das Papier gebettet werden – unsichtbar und geschützt. Zudem ist erstmalig eine Inline-Polarisation der piezoelektrischen Polymerschichten gelungen und eine komplette Inline-Prozessüberwachung der gedruckten Funktionsschichten möglich.

„So sind nun günstige und leichte Infotainment-Lösungen etwa in Museen, auf Messen und in der Werbebranche möglich. In öffentlichen Gebäuden ist beispielsweise eine sehr homogene Beschallung langer Strecken wie Korridore möglich. Aber auch die Prozesstechnik selbst könnte für andere Bereiche interessant werden, zum Beispiel zur Fertigung von Inline-Messsystemen für Industrie 4.0“
 Dr. Georg C. Schmidt, TU Chemnitz

Im Video ordnet er die Forschungsergebnisse zum Thema „Gedruckte Lautsprecher“ im Projekt „T-Paper“ ein.


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung

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