In einem Fachbeitrag wird hier ein neues additives Verfahren beschrieben, mit dem sich aus endlosfaserverstärkten Profilen vorgeformte Einleger herstellen lassen. Die Einleger werden als lokale Versteifungs- und Verstärkungselemente in die Bauteile integriert.

Das Besondere dabei: Faserausrichtung und -länge sind präzise an die gewünschten Lastanforderungen angepasst. Eine der Herausforderungen dabei, so schreibt das Unternehmen Engel in der K-Zeitung, sei die Haftung der Stränge untereinander. Denn diese ist für Festigkeit und Steifigkeit des Profil oder Einlegers wichtig. Verbessert wird die Haftung im additiven Verfahren durch einen leichten Druckaufbau beim Ablegen der Stränge.

Mit ihrer holmlosen Schließeinheit bietet die Spritzgießmaschine viel Flexibilität für die Entwicklungsarbeit. (Quelle: Engel)

Daher bot es sich an, die Einleger über Spritzgießverfahren weiterzuverarbeiten. Das Unternehmen Profilecomp hat dazu eine holmlose Spritzgießmaschine angeschafft, die als Leichtbau-Entwicklungspartner fungiert:

„Unser Ziel ist, an der Maschine im Technikum Parameterstudien durchzuführen. Für unsere Kunden können wir zunächst ein individuelles Halbzeug mit Blick auf sein Endprodukt entwickeln und das verstärkende Profil dann anschließend aus der gewünschten Materialkombination herstellen.“
(Jens Jung, Abteilungsleiter Projektmanagement bei Profilecomp)

Ein weiterer interessanter Aspekt, der im Beitrag zur Sprache kommt, ist das Thema Nachhaltigkeit. Leichtbauteile mit hochwertiger Faserverstärkung sind häufig teurer. Eine Möglichkeit, die Kosten für solche Bauteile zu senken und damit den Weg in die Serie zu ebnen, ist ein höherer Anteil an Rezyklat im Basiswerkstoff. Verstärkende Einleger sorgen dann dafür, dass die Bauteileigenschaften trotz eines höheren Rezyklatanteils weitgehend konstant bleiben.

„Als Matrixwerkstoff für die Fasern kann Rezyklat sogar Vorteile haben, weil zum Beispiel RPET leichtfließender wird und die Faserstränge besser tränken kann.“
(Dr. Jens Schlimbach, stellvertretender Abteilungsleiter Roving- und Tape-Verarbeitung am Institut für Verbundwerkstoffe)

Aus Carbonfasern wird ein Kunststoffstrang mit Endlosfaserverstärkung, der sich mit dem neuen additiven Verfahren zu Preformlingen freier Geometrie verarbeiten lässt. Die Einleger werden als lokale Versteifungs- und Verstärkungselemente in die Bauteile integriert. (Quelle: Engel)


Quelle und weitere Infos: K-Zeitung

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