ThiM: Netzwerk für Schaumsysteme gegründet

Netzwerke setzen Kreativität frei – und diese braucht es, um für Partikelschäume neue Verarbeitungs-Technologien und Schaumsysteme entwickeln. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf dem hohen Leichtbaupotenzial dieser Werkstoffgruppe. Zu den weiteren Zielen der fünf Industriepartner des neuen Netzwerks ThiM zählen außerdem neue Werkzeuge und Anlagen zu bauen, um Prozesse wirtschaftlicher zu machen und neue Anwendungen für Partikelschäume zu finden.

Im Juli wurde das Netzwerk von KraussMaffei Technology, Kurtz, Kaneka Belgium, T. Michel Formen, Werkzeugbau Siegfried Hofmann, Neue Materialien Bayreuth sowie dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden gegründet.

Das Netzwerk will Know-How zu Partikelschäumen bündeln. Partikelschäume sind Schaumperlen aus thermoplastischen Kunststoffen wie EPS, EPP, EPE oder E-TPU. Die Partikelschäume bestehen zu mehr als 90% aus Luft, weshalb sie ein hohes Leichtbaupotenzial haben. Außerdem bringen sie eine hohe dynamische und statische Stoßbelastbarkeit, ein enormes Rückstellvermögen und sehr gute thermische Dämmeigenschaften mit.

Bekannt sind Partikelschäume vielfach als Verpackungshilfsmittel, als Dämm- und Isolationsmaterial, im Fahrzeugbau als Crashabsorber hinter Stoßfängern oder als Fahrradhelme. Dennoch wird das wahre Potenzial dieser Materialgruppe im Leichtbau, so die Gründungsmitglieder, häufig nicht genutzt.

„Wir wollen zwischen Partikelschäumen, der Reaktionstechnik und dem Spritzgießen sowie weiteren Kunststoffverarbeitungsverfahren eine Brücke schlagen. “
(Mathias Lindemann, ThiM-Geschäftsführer)

Das Netzwerk versteht sich als offene Plattform, so berichten Plasticker und Kunststoffe. Es greift einerseits Ideen und technische Herausforderungen aus dem Markt auf. Darüber hinaus können aber auch Vorschläge an das Netzwerk herangetragen werden.

„Dank der Kompetenz und Erfahrung der ThiM-Netzwerkpartner können wir extrem leichte, funktionalisierte und seriennahe Prototypen herstellen. Indem wir verschiedene Schaumsysteme mit bislang einzelnen Prozessen kombinieren, entwickeln wir maßgeschneiderte Bauteile und Baugruppen, deren Oberfläche je nach Anforderung kratzfest, UV- und chemisch beständig sowie deren Struktur mechanisch belastbar und im Crashfall energieabsorbierend ist. Wir wollen zeigen, dass im Leichtbau mit Schaumsystemen durch Funktionsintegration, etwa mit Sensoren oder Aktoren, noch enormes, bislang ungenutztes Potenzial steckt.“
(Mathias Lindemann, ThiM-Geschäftsführer)


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Quelle und weitere Infos: Plasticker, Kunststoffe

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