Formel-1-Auto mit Sitz aus Naturfaserverbundwerkstoff

Der Formel-1-Rennstall McLaren bestreitet seine Rennen seit Juli 2021 mit einem Wagen, dessen Sitz mit Naturfaserverbundwerkstoff ausgestattet ist. Der Sitz, von dem aus Formel-1-Pilot Lando Norris sein Auto steuert, wurde von BComp produziert, einem Schweizer Spezialisten für nachhaltigen Leichtbau. Die Ausführung, die nicht ganz ohne Carbonfaser-Lagen auskommt, basiert auf dem Powerribs-Werkstoff des Unternehmens, einem dicken Garn aus verdrillten Flachsfasern, das eine dreidimensionale Gitterstruktur schafft und mit dem das gewebte Flachsfaser-Verstärkungsgewebe Amplitex desselben Herstellers weiter verstärkt wird.

Der Sitz ist 3,45 kg leichter als der bisherige und hat bezogen auf die Nachhaltigkeit einen erheblichen Vorsprung gegenüber herkömmlichen Sitzen.

„Im Sitz von Lando Norris können wir alle Nachhaltigkeits- und Leistungsvorteile von Amplitex und Powerribs nutzen, was zu 85 Prozent weniger CO2-Emissionen führt. Das heißt, selbst wenn man die Emissionen bei der Rohstoffproduktion und den Herstellungsprozessen des Teils berücksichtigt, können wir den größten Teil des CO2-Fußabdrucks des Sitzes reduzieren, indem wir alle Kohlefaserlagen durch eine optimierten Naturfaserlagen ersetzen.
Christian Fischer, CEO und Mitbegründer von Bcomp.

Weiterhin reduziert die Lösung den Einsatz von Einweg-Kunststoff im Herstellprozess. Indem die Powerribs über die Oberfläche der darunter liegenden Struktur gelegt werden, die Harz enthält, entsteht eine gleichmäßige Verteilung des Vakuums innerhalb des Beutels während des Autoklavierprozesses, was einen sonst genutzten Entlüfter aus Kunststoff überflüssig macht. So fallen 340 g Einwegplastik pro qm für die Entlüftung weg.

Der Sitz von Landos Teamkollegen Daniel Ricciardo wurde auf ihn zugeschnitten und nochmals modifiziert. Er verfügt über eine Schicht Amplitex, die zwischen zwei Lagen Kohlefaser liegt. Die Verwendung von Flachsfasergewebe als Ersatz für einen Teil der Carbonfaserlagen reduziert die Emissionen nochmals um 28 Prozent und verbessert die Vibrationsdämpfung des Sitzes.

Bild oben: Spart erheblich Gewicht und CO2-Emissionen ein: der Sitz aus Faserverbundwerkstoff. (Quelle: McLaren)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung, Professional Motorsport World

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