Kohlenstoff-Nanoröhren aus Kunststoff-Abfallfraktionen

Kohlenstoff-Nanoröhren aus Kunststoff-Abfallfraktionen

Forschende der RMIT University in Melbourne/Australien haben eine Methode entwickelt, mit der Kohlenstoff-Nanoröhren und sauberer Kraftstoff aus Recycling-Kunststoff hergestellt werden kann. Die Nachfrage nach Kohlenstoff-Nanoröhren wächst, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt und im Rüstungsbereich, wo sie die Konstruktion von Leichtbauteilen auf Basis von Carbon-Verbundwerkstoffen erleichtern können.

Die neue Verwertungstechnologie startet mit dem Umwandeln landwirtschaftlicher oder organischer Abfälle zu Biokohle – einer kohlenstoffreichen Form von Holzkohle, die häufig zur Verbesserung der Bodenbeschaffenheit genutzt wird. Diese Biokohle wird zur Abscheidung giftiger Schadstoffe – beispielsweise polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) – eingesetzt, wenn Kunststoffabfall in seine Bestandteile Gas und Öl zerlegt wird.

Das Recyclingverfahren beseitigt diese Schadstoffe und wandelt Kunststoffe in hochwertigen Flüssigbrennstoff um. Gleichzeitig wird der im Kunststoff enthaltene Kohlenstoff in Kohlenstoff-Nanoröhrchen umgewandelt, die die Biokohle überziehen. Diese Nanoröhren können für die Verwendung durch verschiedene Industriezweige abgeschält werden, oder die mit Nanomaterialien angereicherte Biokohle kann direkt zur Umweltsanierung und zur Verbesserung landwirtschaftlicher Böden verwendet werden.

„Unsere Methode ist sauber, kosteneffizient und leicht skalierbar. Es ist eine intelligente Lösung, um sowohl gebrauchte Kunststoffe als auch organische Abfälle umzuwandeln – sei es tonnenweise Biomasse von einem Bauernhof oder Lebensmittelabfälle und Gartenabfälle aus den grünen Tonnen der Haushalte.“
Kalpit Shah, Associate Professor, RMIT

Die nächsten Forschungsschritte bestehen in einer detaillierten Computermodellierung zur Optimierung der Methodik, gefolgt von Pilotversuchen in dem Reaktor. Das Team der School of Engineering des RMIT möchte mit der Kunststoff- und Entsorgungsindustrie zusammenarbeiten, um die Forschung voranzutreiben und weitere potenzielle Anwendungen der neuen Technologie zu entwickeln.

Bild oben: Kohlenstoff-Nanoröhren, die mit dem neuen Verfahren hergestellt wurden, in verschiedenen Vergrößerungen. (Quelle: RMIT)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung, Siliconrepublic

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