Mercedes-Benz: Simulationstools für den Leichtbau verbessern

Thomas Behr, Leiter Rohbau-Engineering, Materialien und Realisierung bei Mercedes-Benz, bei seinem Vortrag. (Bild: Automobil-Industrie / Stefan Bausewein)

Mercedes-Benz will seine Tools für Crashsimulationen sowie Bauteilkonzeption und deren Präzision verbessern. Wie, das erklärte Thomas Behr, Leiter Rohbau-Engineering, Materialien und Realisierung bei Mercedes-Benz auf dem Leichtbau-Gipfel 2020 der Fachzeitschrift Automobil-Industrie.

Um die Simulation von Aluminium-Strukturguss-Bauteilen im Automobilbau zu verbessern, unternimmt das Unternehmen derzeit Gießversuche, bei denen die lokalen Materialeigenschaften und weitere Parameter digital erfasst werden (etwa Fehlstellen, Temperaturverlauf, Maßabweichungen). Diese Daten lassen sich dann für spätere Crashsimulationen verfügbar machen. Mit den so optimierten Berechungsmethoden soll es möglich werden, Bauteile schneller mit einem hohen Reifegrad zu erstellen.

In einem zweiten Projekt soll eine Methodik entstehen, mit der sich Bauteile schneller, effizienter und kostengünstiger konzipieren lassen. Die Experten wollen dazu den konventionellen Prozess optimieren, der Bauraum- und Lastpfaddefinition, bionische Optimierung und eine CAD-Modellierung inklusive Iterationsschleifen umfasst. Zunächst gilt es dazu, die Lastpfade durch einen intensiveren CAE-Prozess vorab weitestgehend zu optimierten, so dass sowohl die CAD-Optimierung als auch der gesamte Entwicklungsprozess kürzer werden.

Ein Beispiel dafür ist eine Druckgusskomponente für den ab 2021 in Serie gehenden EQS, die um zehn Prozent leichter ausgelegt und kann deutlich schneller erstellt werden konnte. Des Weiteren ließ sich ein Schmiedebauteil leichter und der Prototyp eines Hinterachsträgers steifer als bisher auslegen. Die Methode eigne sich auch für den 3D-Druck, so Behr. Geplant sei, im nächsten Schritt die CAE- und CAD-Phasen noch enger zu verzahnen und eventuell schon im CAE eine seriennahe Geometrie zu erzeugen.


Quelle und weitere Infos: Automobil-Industrie, Daimler AG

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