Leichtbau auf den Punkt: Das Programm verbindet Recyclingpfade, Materialdesign und Wiederverwendung von Fasern und Polymerbausteinen. Ziel ist, Composites im Kreislauf zu halten und Stoffströme zu schließen.
Frankreich bündelt das Recycling von Hochleistungs-Composites in einem eigenen Forschungsprogramm – dem PEPR-Recyclingprogramm. Im Schwerpunkt Composite Materials Axis arbeiten die Teilprojekte „RecyComp“ und „Nextgen“ an Verfahren, die organische Matrixverbunde über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg kreislauffähiger machen. Im Fokus stehen dabei End-of-Life-Bauteile aus Windenergie, Marine, Automobilbau und Sandwichstrukturen sowie neue Polymernetzwerke, die sich von Beginn an auf Wiederverwendung und Recycling ausrichten.
RecyComp setzt bei drei Stufen an: Prävention, Vorbereitung zur Wiederverwendung und Recycling. Technologisch reicht das Spektrum von der Demontage und Trennung komplexer Verbunde über subkritische und superkritische Solvolyse bis zur Solvolyse im Doppelschneckenextruder. Ziel ist, aus ausgedienten Composite-Bauteilen sowohl funktionalisierte Recyclingfasern als auch Monomere und Oligomere aus der Polymermatrix zurückzugewinnen. Parallel dazu entwickelt das Projekt Composite-Strukturen mit Temperatur oder anderen Stimuli wieder lösbaren oder alternativ in umweltverträglichen Lösungsmitteln löslichen Kleb- und Harzsystemen, damit sich Bauteile am Lebensende leichter zerlegen und stofflich trennen lassen.
Nextgen setzt eine Stufe früher an. Im Projekt werden ionische Flüssigkeiten entwickelt, die als Plattform für nachhaltige, wiederverwendbare und multifunktionale Vernetzungen für Verbundwerkstoffe dienen können. Zusätzlich entstehen chemische Recyclingverfahren mit umweltverträglichen Lösungsmitteln, die duroplastbasierte Verbunde gezielt lösen oder depolymerisieren. Damit verschiebt sich der Ansatz von der nachträglichen Korrektur hin zu Composite-Systemen, deren Kreislauffähigkeit bereits molekular angelegt ist.
Bild oben: Die an „Recycomp“ beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen (Quelle: PEPR-Project)
Quelle und weitere Infos: Projektwebseite

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