Hybride additive Fertigung erschließt neue Anwendungen

Mit hybriden, additiven Fertigungsmethoden und dem daraus entstehenden Innovationspotenzial für den Industrieeinsatz befasste sich das 8. Praxisforum 3D-Druck, das am 29. Juni 2021 an der Hochschule Landshut stattfand. Coronabedingt wurde die Veranstaltung erneut online durchgeführt, Initiator Prof. Dr. Norbert Babel konnte virtuell rund 80 Teilnehmer/innen aus dem In- und Ausland begrüßen.

Prof. Dr. Babel erläuterte in seiner Einführung, was der Begriff der „hybriden, additiven Fertigung“ umfassen kann: Einmal fällt darunter die Verbindung aus einem konventionell gefertigten Grundkörper, der mittels additiver Fertigungsverfahren weiterbearbeitet wird. Den additiven Bauteilaufbau durch Kombination verschiedener Materialien in einem Druckjob zählt man ebenso hinzu wie den Einsatz von Industrierobotern in vollautomatischen, flexiblen, hybriden Fertigungssystemen, die additive und konventionelle (subtraktive) Fertigungsmethoden kombinieren, sowie z.B. durch zusätzliche Montageoperationen die Effizienz der Produktivität nachhaltig steigern. Durch diese Kombinationen könne die Wirtschaftlichkeit der additiven Fertigung erhöht und noch besser in bereits bestehende Produktionsprozesse integriert werden, wie Babel erläuterte.

Aktuell werde im Bereich der hybriden, additiven Fertigung viel geforscht, es sei ein exponentielles Wachstum von Veröffentlichungen zu beobachten und ein enormer Bedarf an kompetenten Mitarbeitern in den Unternehmen im Bereich der additiven Fertigung zu verzeichnen. Die Hochschule Landshut biete daher ab Herbst 2021 mit dem neuen Bachelor-Studiengang „Additive Fertigung – Werkstoffe, Entwicklung und Leichtbau“ als bundesweit erste Hochschule einen solchen grundständigen Studiengang in Vollzeit an.

Wie die additive Fertigung durch Hybridisierung neue Anwendungsfelder erschließen und Einsatzhürden überwinden kann, erläuterte Dr. Bernhard Müller ( Fraunhofer IWU, Dresden) im ersten Vortrag der Veranstaltung. Wie durch den Einsatz von Simulationssoftware die Optimierung additiver Hybridbauteile unterstützt und damit Zeit und Geld eingespart werden können, zeigte Keno Kruse (Cadfem GmbH, Hannover). Michael Rieck ( Akro-Plastic GmbH) befasste sich im abschließenden Vortrag mit Metallhybriden und dem 3D-Druck von Kunststoffgranulat auf Metall.

Bild oben: Die Referenten beim 8. Praxisforum 3D-Druck mit Initiator Prof. Dr. Norbert Babel. (Quelle: Hochschule Landshut)


Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung, 3D-Druck

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